Das Öffnungsteam der Marktkirche sucht Verstärkung

veröffentlicht 29.06.2026, Dekanat Wiesbaden

Eines der schönsten Ehrenämter der Welt:

Mitten im Trubel der Wiesbadener Innenstadt liegt ein Ort, an dem Menschen zur Ruhe kommen, beten, staunen oder einfach einen Moment verweilen können: Damit die Marktkirche für all diese Menschen offen und einladend bleibt, engagieren sich Heidemarie Scharf, Franciscus Gall und viele weitere Ehrenamtliche im Kirchenöffnungsteam.
An sechs Tagen in der Woche – in der Adventszeit sogar täglich – heißen sie Besucherinnen und Besucher willkommen. Mehrere hundert Menschen kommen jede Woche in die Marktkirche, in manchen Zeiten sind es sogar tausend. 

Da sind Touristinnen und Touristen aus aller Welt, Menschen aus Wiesbaden, die kurz vorbeischauen, Kunstinteressierte, Suchende, Menschen, die einen Moment der Stille brauchen, die beten möchten oder eine Kerze anzünden.
Die Marktkirche ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt. Sie gehört auch zu den Lieblingsorten vieler Wiesbadenerinnen und Wiesbadener. „Die Menschen suchen hier etwas. Daraus ergeben sich manchmal kurze Gespräche – und das sind sehr wertvolle Momente“, sagt Heidemarie Scharf aus Nordenstadt, die seit rund fünf Jahren im Kirchenöffnungsteam mitarbeitet. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Begegnung mit einer Besucherin: „Eine Frau hat mich einmal gefragt, ob ich mit ihr bete. Das war ein sehr berührender Moment und die Frau war sehr dankbar.“

Franciscus Gall war von Anfang an Teil des Öffnungsteams, und er ist Mitglied der Marktkirchengemeinde. Wer so viel Zeit in der Marktkirche verbringt wie er, entdeckt immer wieder neue Details, etwa die Füße der riesigen Christusfigur hinter dem Altar, auf die man im Mittelgang zuläuft: „Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass Jesu rechter Fuß etwas weiter vorne steht“, sagt Gall. „Für mich bedeutet das: Jesus kommt auf uns zu. Seit 25 Jahren habe ich jedes Mal, wenn ich diese Kirche betrete, das Gefühl, dass er mir entgegenkommt und die Arme ausbreitet. Das ist ein starkes Zeichen von Nähe und Verbundenheit.“
Es sind die kleinen Momente und Begegnungen, die dieses Ehrenamt so besonders machen, sagen Scharf und Gall. Das Licht, das den Kirchenraum in eine besondere Stimmung taucht. Die Stille. Menschen, die versunken im Gebet sitzen. Besucherinnen und Besucher, die sich am Eingang ein Mut-Wort für den Tag nehmen und vielleicht ihren Trau- oder Konfirmationsspruch ziehen. Menschen, die eine Kerze anzünden, die sichtbaren Zeichen unsichtbarer Gebete.

„Dieser Ort macht etwas mit den Menschen“, sagt Heidemarie Scharf. Besonders bewegt hat sie eine Begegnung mit zwei Grundschulkindern. Die beiden saßen lange Zeit still in einer Kirchenbank und schauten sich aufmerksam den Raum an. „Sie haben einfach dagesessen und die Kirche auf sich wirken lassen“, erinnert sie sich. „Irgendwann habe ich gefragt, wo ihre Eltern sind. Da haben sie geantwortet: Die sind auf dem Weinfest. Uns war es dort zu langweilig.“
Für Franciscus Gall ist die Marktkirche mehr als ein schönes, stimmiges Gebäude: Es ist ein Ort zum Ankommen, zum Staunen und zum Durchatmen – mitten in der Stadt. „Sie steht nicht einfach irgendwo in der Stadt“, so Gall. „Gemeinsam mit Rathaus und Landtag bildet sie das Herz Wiesbadens. Die Innenstadt ist ein Markt der Ideen, der Meinungen und Begegnungen. Hier treffen Menschen aufeinander – und genau hier hat auch die Kirche ihren Platz.“

Wer Öffnungsdienst mache, so Gall, gebe einem wichtigen Teil des menschlichen Lebens Raum. „Es tut gut, sich hier auf Gott auszurichten. Viele Menschen suchen das.“ Gleichzeitig sei die Marktkirche auch ein „riesiges Kunstwerk“.
Heidemarie Scharf und Franciscus Gall  öffnen nicht nur Kirchentüren. Sie öffnen sich auch selbst für Momente und Begegnungen, die ihr Ehrenamt in dieser Kirche so besonders machen. Und vielleicht ist es genau das, was die Marktkirche ausmacht: Sie lässt Menschen nicht unberührt.

Hinweis: Die Marktkirche sucht Menschen, die Lust haben, sich im Kirchenöffnungsteam zu engagieren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Interessierte sollten etwa drei bis vier Stunden im Monat Zeit mitbringen. Wer gerne mit Menschen ins Gespräch kommt, sich für Architektur, Kunst und die Geschichte der Marktkirche interessiert oder die besondere Atmosphäre dieses Ortes erleben möchte, kann sich bei Stadtkirchenpfarrerin Bettina Friehmelt melden: Telefon 0177 8545176, E-Mail: bettina.friehmelt(at)ekhn.de.