Mit Hilfe eines riesigen Krans wurde das mehrere Tonnen schwere Bauteil mit dem frisch vergoldeten Wetterhahn und Wetterkreuz auf das Dach gehoben und montiert.
Die Turmspitze war im Februar abgenommen worden, nachdem sich bei Dacharbeiten massive Schäden am historischen Dachstuhl gezeigt hatten.
In den kommenden Tagen wird die Konstruktion nun wieder befestigt und mit Zugverankerungen gesichert. Parallel dazu werden etwa auch die erneuerten Schall-Luken eingesetzt. Ganz am Schluss werden die Glocken hergerichtet.
Die Dachsanierung war nötig, weil es nicht nur undichte und feuchte Stellen gab, sondern auch tragende Holzelemente morsch waren. Auch die Befestigungen der Schieferdeckung hatten ihre Tragfähigkeit weitgehend verloren. Nach dem Rückbau der Dachschalung wurden weitere Schäden sichtbar, sodass schließlich entschieden wurde, das Kirchendach vollständig zu sanieren. Ziel ist es, die historische Bausubstanz zu sichern und das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit Fachplanern und der Landesdenkmalpflege, die das Projekt auch finanziell unterstützt. Zahlreiche Gewerke waren und sind an der Dotzheimer Kirche im Einsatz: vom Zimmermann, Maler, Dachdecker und dem Blitzschutz bis hin zum Schreiner, Elektriker, Glockenexperten und Orgelbauer.
Die Dotzheimer Kirche ist mehr als 300 Jahre alt. Sie wurde zwischen 1716 und 1718 nach Plänen von Johann Jacob Bager gebaut und prägt bis heute das Ortsbild.
Mit dem Aufsetzen der Turmspitze ist jetzt ein erster Meilenstein geschafft: In den kommenden Wochen folgen noch Anschlussarbeiten am Dach. Die Baustelle wird sich bis zum Schluss immer wieder verändern, je nachdem, wo gerade am Dach gearbeitet wird. Das verantwortliche Architekturbüro „asp Architekten Spuhler“ geht derzeit davon aus, dass die Dachsanierung noch bis Ende Mai oder Anfang Juni dauern wird.
Die Kirche kann weiterhin für Gottesdienste genutzt werden, allerdings erst mal noch ohne Orgel - die ist weiterhin eingehaust, damit sie nicht einstaubt oder verdreckt. Denn in den kommenden Wochen wird auch im Innenraum der Kirche gearbeitet. Über der Orgel muss aufgrund der Dachschäden eine Wand neu verputzt und gestrichen werden. Außerdem sind Elektriker im Einsatz. Danach kann der Orgelbauer die Orgel reinigen, wieder zusammensetzen und stimmen.
Spätestens Ende Juli soll das Baugerüst vollständig abgebaut sein und die Kirche wieder richtig sichtbar sein. Im Anschluss, voraussichtlich ab August, wird das Außengelände rund um die Kirche neu gestaltet. Bis zum Erntedankfest im September soll alles fertig sein: Geplant, so der Dotzheimer Pfarrer Peter Harigel-Poralla, ist ein großer Festgottesdienst.
Die Kosten für die Sanierung des Kirchendaches sind noch unklar: Die ursprünglich 1,95 Millionen Euro werden überschritten, ist sich Pfarrer Harigel-Poralla sicher, da die Fassade durch die Arbeiten doch weitaus mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde als erwartet und ebenfalls saniert werden muss. Den Löwenanteil der Kosten trägt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau.
Wer für die Dachsanierung spenden möchte: Evangelische Kirchengemeinde Dotzheim: IBAN DE77 5105 0015 0121 0358 71; Verwendungszweck: „Kirchturm“.