Eine besondere Wohngemeinschaft wurde im Delkenheimer Ländchesdom gefeiert. Mit einem ökumenischen Gottesdienst begingen die evangelische Kirchengemeinde Delkenheim und die katholische Pfarrei St. Birgid den Beginn einer neuen Kooperation: nach der Profanierung und der Aufgabe des katholischen Gotteshauses St. Stephan in der Stuttgarter Straße nutzen künftig beide Gemeinden gemeinsam die evangelische Kirche und das Gemeindezentrum. Die Katholiken feiern samstags Gottesdienst, die Protestanten sonntags.
„Das wird eine christliche WG, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat“, hieß der evangelische Pfarrer Oliver Albrecht die neuen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner herzlich willkommen. Im Ländchesdom sei Platz für zwei Konfessionen, betonte Albrecht, der davon überzeugt ist, dass es „zusammen besser geht“. „Wir ziehen ein und jeder zieht mit“, freute sich Pfarrer Frank Schindling über die herzliche Begrüßung in der voll besetzten Kirche. In einer WG brauche es viele Absprachen und vieles müsse sich einspielen, räumte Schindling ein. Doch es gebe auch viel Begegnung und „darauf freuen wir uns.“
Wille zur Veränderung
Das Bild der WG griff auch Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende auf. Es sei spürbar, dass die WG im Ländchesdom nicht nur eine Zweckgemeinschaft sei, sondern einen inhaltlich verbindenden Kern habe. „Ich wünsche Ihnen eine segensreiche Zusammenarbeit in dieser Wohngemeinschaft“, sagte Mende.
Jürgen Otto von der Leitung der Katholischen Region Wiesbaden | Rheingau | Taunus freute sich ebenfalls über den Zusammenschluss der beiden Gemeinden. Das Bild der WG fand auch er sehr gelungen, denn die neue Wohngemeinschaft stehe für den Willen zur Veränderung und mache deutlich, dass da etwas zusammenwachse. In Wiesbaden gebe es damit zwei Pfarreien, die eine solche Kooperation eingehen: St. Birgid und St. Peter und Paul Wiesbaden, deren Kirchort St. Klara voraussichtlich Ende des Jahres in Klarenthal in die Räume der evangelischen Schwestergemeinde einziehen werde, so Otto.
Zur Lebendigkeit des Gottesdienstes trugen die Band BON unter der Leitung von Rudi Neu und die große Schar an Messdienerinnen und Messdienern, die mit den Pfarrern und Gremienmitgliedern einzogen, bei. Katja Kober vom Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde las im Wechsel mit Bernhard Reinke vom katholischen Ortsausschuss ein Gebet für den Zusammenschluss der beiden Gemeinden vor. Kober dankte am Ende der Feier allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben und lud im Anschluss zum ökumenischen Gemeindefest auf den Kirchplatz ein. Die Pfarrer schickte sie augenzwinkernd gemeinsam an den Grill, um deren Willen zur Kooperation gleich einmal einem Realitätscheck zu unterziehen.
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