Pfarrer Jens Georg geht in den Ruhestand

veröffentlicht 02.09.2026, Dekanat Wiesbaden

Abschiedsgottesdienst am 18. Oktober - zuvor hat er noch einiges vor:

Jens Georg, Pfarrer der Kirchengemeinden Breckenheim und Wildsachsen, geht in den Ruhestand. Am 18. Oktober, 14 Uhr, wird er in einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Breckenheim offiziell verabschiedet.

Wenn Jens Georg auf seine Zeit in Breckenheim und Wildsachsen zurückblickt, fällt das Wort ‚fröhlich‘ besonders häufig: „So habe ich die Menschen hier erlebt“, sagt der 64-Jährige. Fröhlich und lebendig seien die Kindergottesdienste und Konfi-Kurse gewesen, aber auch die Kirchenvorstandssitzungen und die vielen großen und kleinen Feste. Dazu gehörten die Gottesdienste am Pfingstborn, zur Eröffnung der Motorradsaison oder zur 300-Jahr-Feier der Breckenheimer Kirche. „Es hat einfach gepasst – mit den beiden Kirchengemeinden und mir. Ich bin hier auf offene Herzen gestoßen“, so der scheidende Pfarrer.

Offenheit hat Georg auch selbst in seine Arbeit eingebracht. Bibliolog, Poetry-Predigt, EscapeChurch (12. und 13. September in Wildsachsen mit Voranmeldung), biblische Erzählabende oder ungewöhnliche Gottesdienstformate gehören für ihn zum kirchlichen Leben dazu. Aktuell plant er noch einen Gottesdienst mit dem Thema „Heilende Hände“, bei dem er mit einer Osteopathin in den Dialog gehen wird (13. September, 10 Uhr, Breckenheim).

Von seiner ersten Pfarrstelle als Gemeindepfarrer in Hanau-Steinheim wechselte Georg zunächst in die landeskirchliche Abteilung „Kunst und Kirche“. Dort beriet er Kirchengemeinden rund um das Thema Kunst, entwickelte Projekte mit Kunstmuseen und war unter anderem an der Gestaltung des Kirchentags 2001 beteiligt. Auch später, während seiner Zeit in der Wiesbadener Kreuzkirche, blieb die Verbindung von Kunst, Kirche und gesellschaftlichen Fragen ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit. Kunst war für ihn dabei nie bloß schmückendes Beiwerk, sondern eine eigene Sprache, die neue Zugänge zum Glauben eröffnen kann.

Überhaupt ist es sein Ideenreichtum, der Jens Georg auszeichnet. Während seiner Studienzeit, die er vor vier Jahre absolvieren durfte, verwirklichte er das Projekt „Rent-A-Pastor“. Das Angebot wurde rege genutzt: Menschen konnten ihn als Pfarrer für ein Gespräch zu sich einladen. Georg kam mit ganz unterschiedlichen Menschen ins Gespräch – und hörte ihnen vor allem auch zu. Was bewegt die Menschen? Was wünschen sie sich von Kirche? Was ärgert sie? Und was würden sie gerne verändern? Fragen, die ihn bis heute begleiten.

Auch beim Hochzeitsfest „Einfach heiraten“ im Kloster Eberbach war Georg dabei und spendete vielen Paaren den Trausegen. Kirche, davon ist er überzeugt, muss Menschen immer wieder auf neue Weise erreichen. „Ich hänge nicht an der klassischen Liturgie. Im Gegenteil: Ich finde es wichtig, Worte zu finden, die bei den Menschen ankommen, die sie berühren – in Gebeten, in Texten, in Liedern und im Segen.“
Dass er als Pfarrer so nah am Leben anderer teilhaben darf, etwa bei Trauungen, Taufen oder Beerdigungen, sieht er als großes Geschenk: „Die Menschen öffnen mir eine Herzenstür in ihr Leben. Das ist wunderbar.“

Sein beruflicher Weg war vielseitig: Aufgewachsen im mittelhessischen Gladenbach wurde Georg durch seinen Ortspfarrer und die kirchliche Jugendarbeit geprägt und studierte auch deswegen Theologie. Beruflich blieb er stets im Rhein-Main-Gebiet: 2003 wurde er Gemeindepfarrer an der Wiesbadener Kreuzkirche. Nach neun Jahren wechselte er wieder für zwei Jahre in die überregionale Arbeit und war unter anderem an der kirchlichen Gestaltung des Hessentags beteiligt. 
Danach führte ihn sein Weg nach Mainz in die Kirchengemeinde Mombach und schließlich 2019 nach Wiesbaden-Breckenheim. Kurz darauf übernahm er zusätzlich die Verantwortung für die Kirchengemeinde Wildsachsen. In Breckenheim und Wildsachsen habe er eine volkskirchliche Frömmigkeit erlebt, die immer Raum gelassen habe für andere, sagt er. „Die Menschen nehmen andere in den Blick, und der Sinn des Lebens erschöpfe sich hier nicht im Konsumieren und im Um-sich-selbst-Drehen“, so Georg. So sei es etwa selbstverständlich gewesen, dass eine ukrainische Flüchtlingsfamilie 2022 in die unteren Räume des Gemeindehauses ziehen konnte. „Da haben die Menschen in der Kirchengemeinde sofort mit angepackt.“

Für Jens Georg beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt – von Rückzug kann allerdings keine Rede sein, dafür hat der 64-Jährige noch viel zu viele Ideen und zu viel Freude daran, Menschen zu begegnen. In welcher Form das sein wird, will er noch nicht verraten. Nur so viel: Ganz verschwinden wird Jens Georg aus dem kirchlichen Leben sicher nicht. Dafür wird er schon sorgen.

Termine:
•    Abschiedsgottesdienst Jens Georg: Sonntag, 18. Oktober, 14 Uhr, Evangelische Kirche Breckenheim
•    Gottedienst „Heilende Hände“ mit der Osteopathin Rebecca Neubert: Sonntag, 13. September, 10 Uhr, Ev. Kirche Breckenheim
•    „EscapeChurch“ in Wildsachsen am Wochenende 12. und 13. September (mit Voranmeldung).